Endokarditis
Endokarditis - warum gefährlich?
Gefährdete Patienten und ihre Ärzte müssen an Endokarditis denken, denn die frühzeitige Diagnose einer Endokarditis rettet Klappen und Leben!
Wenn es zu einer Besiedlung der Herzklappen mit Bakterien gekommen ist, tritt in den meisten Fällen Fieber auf. Das Fieber ist das erste und wichtigste Anzeichen für eine sich entwickelnde Endokarditis. Temperaturen zwischen 38 Grad Celsius und 39 Grad Celsius, oft verbunden mit Frieren, Schüttelfrost und nächtlichen Schwitzen, sind die ersten Anzeichen.
Darüber hinaus können allgemeine Beschwerden wie Schwäche, Erschöpfung, Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust auftreten sowie Gelenk- und Muskelschmerzen. Wenn es zu einer bedeutsamen Zerstörung der Herzklappe gekommen ist, kann als Zeichen der Herzschwäche Atemnot auftreten sowie Schwellung der Beine.
© Broschüre "Herzklappenerkrankungen heute" der Deutschen Herzstiftung e.V.
Die Endokarditis ist eine entzündliche Erkrankung der Innenwand des Herzens (Endokard), die durch die Besiedlung mit Bakterien oder Pilzen zustande kommt. Der bevorzugte Ort der Entzündung sind die Herzklappen. Gelegentlich findet sich jedoch auch eine Entzündung des übrigen Endokards oder der Innenwand einer großen Arterie. Die akute Endokarditis kann sich innerhalb weniger Tage bis Wochen entwickeln und schreitet schnell voran.
Nicht selten entwickelt sie sich jedoch schleichend über mehrere Wochen bis zum Auftreten von Komplikationen. Vor der Entwicklung von Antibiotika, das sind Medikamente, die speziell gegen Bakterien wirksam sind, war die Endokarditis eine fast immer tödliche Erkrankung. Sie ist heutzutage trotz großer Fortschritte in der Therapie immer noch eine sehr bedrohliche Erkrankung, die mit einer hohen Komplikations- und Sterberate verbunden ist. Obwohl wirksame Medikamente (Antibiotika) zur Verfügung stehen und selbst eine zerstörte Herzklappe noch durch eine Herzoperation ersetzt werden kann, sterben immer noch 50% der Patienten, die medikamentös oder chirurgisch behandelt werden, innerhalb von sieben Jahren nach Feststellung einer Endokarditis. Dies ist insbesondere darauf zurückzuführen, dass die Erkrankung häufig sehr spät erkannt und zu spät behandelt wird.
Patienten mit hohem Risiko für eine Endokarditis
Alle Patienten mit operierten Herzklappen (wiederhergestellte Herzklappen, biologische oder Kunststoff-Klappen), alle Patienten, die schon eine Endokarditis durchgemacht haben, alle Patienten mit angeborenen Herzfehlern, die mit bläulicher Hautfärbung (zyanotisch) einhergehen, z.B. Tetralogie von Fallot oder Patienten mit systemisch pulmonalen Shunts haben ein hohes Endokarditis-Risiko.
Patienten mit mittlerem Risiko
sind solche mit angeborenen Herzfehlern, wie einem Ventrikelseptumdefekt, Aortenstenose, Pulmonalstenose, offenem Ductus arteriosus Botalli, Patienten mit rheumatischen oder nicht rheumatischen erworbenen Herzfehlern, wie Mitralstenose, Mitralinsuffizienz, Aortenstenose, Aorteninsuffizienz und Patienten mit einer hypertrophen obstruktiven Kardiomyophathie. Bei allen Patienten mit erkrankten, operierten (wiederhergestellten), künstlichen Herzklappen oder Bioprothesen sowie an bestimmten Strukturen im Herzen mit angeborenen Defekten, kann es zur Ansiedlung von Bakterien kommen. Bei der » Deutschen Herzstiftung « können Sie sich kostenlos einen Ausweis zur "Endokarditis-Prophylaxe" anfordern.

