Bluthochdruck

Bluthochdruck die verkannte Gefahr

Wissen Sie, wie hoch Ihr Blutdruck ist? Nein ? Dann wissen Sie auch nicht, wie häufig Bluthochdruck vorkommt. Allein in Deutschland sind es 16 Millionen Menschen. In den Industrienationen leiden 20 Prozent der Bevölkerung daran. Im Alter nimmt die Häufigkeit von Bluthochdruck zu: 50 - 60 Prozent der über 65-jährigen sind davon betroffen. Da der hohe Blutdruck keine Schmerzen verursacht, kann er unbemerkt jahrelang den Körper verschleißen.

Die Folgen des unbehandelten hohen Blutdrucks sind fatal: Herzinfarkt, Schlaganfall, Nierenversagen. Ist der Bluthochdruck erkannt, lässt er sich in fast allen Fällen wirkungsvoll behandeln.

Bei Männern und Frauen in allen Altersgruppen gelingt es gleichermaßen, durch die Hochdrucktherapie das Auftreten von Herzinfarkt und Schlaganfall zu verringern. Selbst bei Personen, die älter als 80 Jahre sind, war in einer großen Behandlungsstudie bereits nach 18 Monaten die Sterblichkeit durch eine vorsichtige Blutdrucksenkung reduziert, da Herzinfarkte, Schlaganfälle und Herzmuskelschwäche effektvoll verhindert werden konnte.

Therapieziele
Der mäßige Bluthochdruck ist durch Blutdruckwerte von 140-150 / 90-99 mmHg, der mittelschwere Bluthochdruck durch Werte von 160-179 / 100-109 mmHg charakterisiert. Für beide Hochdruckformen gilt das gleiche Behandlungsziel, nämlich das Erreichen eines normalen Blutdrucks. Bei einer unkomplizierten Blutdruckerhöhung soll der Blutdruck nach den Leitlinien unter 140/90 mmHg abgesenkt werden. Nur bei sehr alten Patienten über 80 Jahre ist die Empfehlung vorsichtiger formuliert. In dieser Gruppe wird es als ausreichend angesehen, wenn der obere (systolische) Blutdruck sicher unter 150 mmHg abgesenkt wird.
Strenger eingestellt werden soll der Blutdruck jedoch bei allen Patienten, die ein hohes Herz-Kreislauf-Risiko haben. Hierzu gehören Patienten, bei denen bereits Gefäßschäden an Herz, Hirn oder Niere nachgewiesen wurden. Auch Patienten mit der Zuckerkrankheit Diabetes mellitus werden zu den Hochrisiko-Patienten gezählt. Der Blutdruck soll bei diesen Patienten im Bereich zwischen 130 und 139 mmHg systolisch und zwischen 80 und 85 mmHg diastolisch liegen. In den Leitlinien wird darauf hingewiesen, dass der Blutdruck eher bei 130/80 mmHg liegen soll als höher.
Bei Patienten mit bekannter Erkrankung der Herzkranzgefäße und Minderdurchblutung des Herzmuskels ist darauf zu achten, dass bei der Blutdruckeinstellung durch Medikamente der untere (systolische) Blutdruckwert nicht zu tief abgesenkt wird. Als bedenklich werden Blutdruckwerte unter 70 mmHg eingestuft, da die Gefahr eines Herzinfarktes bei deutlich tieferen Werten wieder ansteigen kann.

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